Der Finger Gottes

Gott ist unsichtbar. Kann er sich uns Menschen nicht trotzdem ganz eindeutig zeigen?

Ich habe Gott nicht getroffen, also gibt es ihn auch nicht“ - so wird der erste russische Kosmonaut zitiert, nachdem er vom ersten Flug ins All zurück auf die Erde kam. Logisch, oder?

In eine aufgeklärte Gesellschaft, in der nur sichtbare, messbare oder greifbare Dinge als real angesehen werden, passt dieser Satz voll rein. Gott gilt für viele Menschen als jemand, an den man zwar glauben kann, aber für den es keine handfesten Belege gibt. Solange man ihn nicht gesehen hat, existiert er nicht.

Ein Trugschluss. 

Es gibt viele Dinge, die wir mit unseren Sinnen noch nie wahrgenommen haben, die aber trotzdem existieren. Ein Beispiel ist die Moral. Man kann sie nicht sehen, anfassen, hören usw. Aber jeder von uns merkt, dass es eine Moral gibt - spätestens dann, wenn ihm Unrecht geschieht.

Da sprachen die Wahrsagepriester zum Pharao:"Das ist Gottes Finger!" - 2 Mose 8,15

Unabhängig davon ist Gott gar nicht so „unsichtbar“. Es hat z. B. damals beim Pharao in Ägypten clevere Menschen gegeben, die jeden Menge Zaubertricks drauf hatten und Menschen etwas vormachen konnten. Als Mose mit den 10 Plagen um die Ecke kam, konnten diese Zauberer einiges davon nachmachen. Es gab aber eine Grenze, an der sie erkannten, dass hier etwas passiert war, das kein Mensch, kein Zaubertrick, kein Zufall hervorbringen konnte. Mose machte aus dem Staub der Erde lebendige Stechmücken. Das machte einen gewaltigen Eindruck auf die Zauberer - nicht weil die Stechmücken so beliebte Tiere waren - sondern weil hier jemand Lebewesen aus unbelebtem Staub gemacht hatte. Das kann kein Mensch. Das kann kein Zufall. Weder vor zigtausend Jahren, noch in der heutigen Zeit. Auch wenn immer wieder reißerische Überschriften zu lesen sind, die suggerieren, dass die Wissenschaft kurz davor ist, künstliches Leben zu erzeugen, rückt mit jedem Fortschritt auf biochemischer Ebene dieses Ziel in immer weitere Ferne. Denn mit jeder gelösten Frage in Bezug auf die Zelle tauchen viele neue, ungelöste Fragen auf. Dachten im 19 Jh die Wissenschaftler noch optimistisch, dass nun nahezu alle großen Rätsel der Natur nahezu gelöst seien [Haeckel 1899], fasst ein Zitat von PENZLIN aus der heutigen Zeit den Stand der Wissenschaft in Bezug auf das Leben wie folgt zusammen: „Die Kluft zwischen „lebendig“ und „nichtlebendig“ ist - obwohl immer wieder gerne ignoriert oder kleingeredet - nach wie vor deutlich. Sie ist durch die neuen molekularbiologischen Erkenntnisse nicht schlauer, eher breiter geworden…Es gibt kein mehr oder weniger Leben, es gibt nur lebendig oder nicht-lebendig. Leben lässt sich nicht aus „Kraft und Stoff“, aus Physik plus Chemie erklären.“ [Penzlin 2014].

Leben hat sich als ein derart komplexes Phänomen herausgestellt, das nicht durch simple Prozesse gesteuert werden kann. Es reicht auch nicht ansatzweise, molekulare Evolution auf Ebene des Erbguts heranzuziehen, um die Entwicklung des Lebens zu erklären. Da neben dem genetischen Code noch ganz andere Informationsebenen notwendig sind, die über oder neben der genetischen Informationsebene stehen (epigenetische Information), kann Leben nicht einfach als „einfach so - Geschichte“ erklärt werden. Lebende Systeme selbst in ihrer einfachsten Form sind so komplex, so reich an Information, dass eindeutig die Handschrift einer Superintelligenz in ihnen sichtbar wird. 

Diese „intelligente Handschrift“ ist nichts anderes als der „Finger Gottes“. Es ist eine Form, wie Gott allen Menschen etwas von sich „zeigt“. Im Römerbrief , Kapitel 1 Vers 19 beschuldigt Gott die Menschen, dass sie ihn nicht erkennen wollten, obwohl „das von ihm Erkennbare unter ihnen offenbar ist, obwohl „das Unsichtbare von ihm, seine ewige Kraft und Göttlichkeit…in dem gemachten wahrgenommen werden können…“ 

Gott ist also nicht vollständig unsichtbar, sondern den „Fingerabdruck Gottes“ kann man - wenn man will - deutlich in der Schöpfung erkennen. 

Die Ausrede, „ich habe noch nie etwas von Gott gesehen“ - zählt nicht.

Noch ein Finger Gottes

"Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen" - Lukas 11,20

Als Jesus als Mensch auf der Erde lebte, heilte er viele Mensch von ihren Krankheiten und trieb böse Dämonen aus. Die damals lebenden Menschen erkannten zurecht, dass ein normaler Mensch so etwas nicht kann. Deswegen schrieben sie ihm selbst dämonische Mächte zu, weil sie nicht erkennen wollten, dass dieses Wirken Jesu wieder ein „Finger Gottes“ war. Jesus selbst behauptete von sich, dass er durch den Finger Gottes die Dämonen austrieb. Er behauptete es nicht nur, er ließ den Worten auch Taten folgen. 

Wenn jemand Menschen durch ein Wort von ihren Krankheiten völlig gesund machen kann, Tote auferwecken kann, Sünden vergeben kann - dann ist da mehr am Werk als nur ein Hochstapler, der groß von sich tönt oder ein Betrüger. Beides würde relativ schnell als Schwindel auffliegen. Von Jesus selbst wird gesagt, dass er „Gott erklärt“ hat (Johannes 1,18). Mehr noch, er war selbst Gott (1 Johannes 5,20). Er war in seinem Leben auf der Erde aber auch der „Finger Gottes“, der mehr von Gott zeigte als nur seine Superintelligenz. Er zeigte, dass Gott allmächtig ist, dass er Liebe und Licht ist - und dass er Sünden vergeben kann und will. 

Die Menschen damals wollten diesen Finger Gottes nicht erkennen - wie sieht es bei dir aus? 

Die Ausrede, „selbst wenn es einen Gott gibt, kann man nicht wissen, wie er ist und ob er etwas mit uns zu tun haben möchte“ stimmt einfach nicht. 

Jesus ist der größte „Fingerzeig Gottes“ auf sich selbst, um den Menschen zu zeigen, wie er ist.

Literatur:

Haeckel, E.: Die Welträthsel: gemeinverständliche Studien über monastische Philosophie, Bonn, 1899.

Penzlin, H.: Das Phänomen Leben, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2014

 

 

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