Gott im Gehirn?

„Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott!“ (Die Bibel, Psalm 14,1)

Seit einigen Jahren werden immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Gebiet der sogenannten „Neurotheologie“ veröffentlicht, die meistens eine gemeinsame Kernaussage haben: „Gott ist ein Produkt unseres Gehirns“.

So werden beispielsweise Studienergebnisse angeführt, in denen der bekannte Psalm 23 sowohl von religiösen als auch nicht-religiösen Menschen rezitiert wurde, während parallel ihre Gehirnaktivität gemessen wurde. Hierbei stellte sich heraus, dass religiöse Menschen im sog. präfrontalen Kortex des Gehirns eine besondere Aktivität aufzeigten (1). Dieses Areal im Gehirn wird u.a. auch durch emotionale oder kognitive Bewertung von Glaubensaussagen aktiviert (2).

Ist der Glaube damit nur eine Illusion? Eine Fata-Morgana ohne reales Gegenstück?

Sämtliche reale Wahrnehmungen, Emotionen und geistig-seelische Aktivitäten führen zu einer Aktivierung eines umfassenden Netzwerks von Nervenzellen. Dasselbe passiert bei glaubensmäßigem Erleben. Wird z. B. Psalm 23 vorgelesen, ist daher nur zu erwarten, dass bei religiösen Menschen (bei denen dieser Psalm etwas auslöst) andere Areale im Gehirn aktiviert werden als beim Atheisten (den dieser Psalm nicht berührt).

Folglich wäre es ein großer Trugschluss, zu meinen, dass alles was mit dem Glauben zu tun hat nur ein „Hirngespinst“ sei. Biochemische Vorgänge im Gehirn allein sind keine ausreichende Erklärung für religiöses Erleben und Empfinden.

Ein kleiner Vergleich zur Illustration: Wenn ich eine Pizza esse, dann geschieht etwas in meinem Gehirn, was messbare Aktivität in bestimmten Arealen des Gehirns auslöst. Forscher konnten sogar zeigen, dass schon die Vorstellung, eine Pizza zu essen, vergleichbare Aktivität im Gehirn auslösen kann. Aber kann man daraus ableiten, dass die Pizza nur ein Hirngespinst ist? Natürlich nicht. Dass man durch bestimmte Techniken den „Pizzagenuss“ im Labor erzeugen kann, zeigt lediglich, dass Wahrnehmungen des Gehirns uns täuschen können, belegt aber keinesfalls, dass sie immer Täuschungen sind.

In der Neurotheologie werden wir also keine Antwort auf die Frage finden, ob es Gott nun wirklich gibt. Die Antwort auf diese Frage müssen wir an anderer Stelle suchen. Wir finden sie dort, wo Gott etwas von sich erzählt: in der Bibel.

Die Existenz Gottes ist niemals abhängig von unseren Gehirnen, unserem Glauben oder Unglauben. Gott nennt seinen Namen in 2. Mose 3,14: Er ist der „ich bin“, der ewig existente Gott.

 

  • Azari, N.P., Nickel, J., Wunderlich, G., Niedeggen, M., Hefter, H., Tellmann, L., Herzog, H., Stoerig, P., Birnbacher, D. and Seitz, R.J. (2001), Neural correlates of religious experience. European Journal of Neuroscience, 13: 1649-1652.
  • Harris S, Kaplan JT, Curiel A, Bookheimer SY, Iacoboni M, et al. (2009) The Neural Correlates of Religious and Nonreligious Belief. PLOS ONE 4(10): e7272

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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